Tür zu schmal für Rollator oder Rollstuhl? Lesen Sie, welche Maße und Nebenarbeiten zählen und wann die Pflegekasse eine Türverbreiterung fördern kann.

Eine Türverbreiterung kann sinnvoll sein, wenn wichtige Räume mit dem benötigten Hilfsmittel nicht mehr zuverlässig erreichbar sind. Entscheidend ist die nutzbare lichte Durchgangsbreite bei geöffneter Tür. Die Breite des Türblatts oder der Rohbauöffnung sagt allein noch nicht, wie viel Platz tatsächlich zum Durchfahren bleibt.
Prüfen Sie den ganzen Weg: Passt der Rollator gerade durch die Tür, lässt er sich im Flur aber nicht drehen, löst eine breitere Öffnung nur einen Teil des Problems. Auch Türschwelle, Öffnungsrichtung, Türdrücker und der Platz für eine begleitende Person gehören zur Planung.
Eine gute Bestandsaufnahme beginnt daher beim täglichen Weg vom Wohnraum ins Bad, Schlafzimmer oder zur Wohnungstür. So wird sichtbar, welcher Engpass zuerst gelöst werden muss.
Stand: 18. Oktober 2026 · Redaktion: Levia Wohnen.
Eine notwendige Türverbreiterung kann bei Pflegegrad 1 bis 5 als wohnumfeldverbessernde Maßnahme gefördert werden. Die Pflegekasse kann bis zu 4.180 Euro je anspruchsberechtigter Person und Maßnahme übernehmen, wenn die Anpassung die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung wiederherstellt. Das Bundesgesundheitsministerium nennt Türverbreiterungen ausdrücklich als Beispiel.
Beschreiben Sie im Antrag nicht nur „Tür zu schmal“, sondern den konkreten Nutzen: welcher Raum derzeit nicht erreichbar ist, welches Hilfsmittel verwendet wird und wie die neue Öffnung die Nutzung verbessern soll. Fotos, vorhandene und geplante lichte Maße sowie ein aufgeschlüsselter Kostenvoranschlag machen das Vorhaben nachvollziehbar.
Nein, nicht automatisch. Müssen aufgrund der aktuellen Pflegesituation mehrere Türen angepasst werden, teilen sie sich grundsätzlich denselben Förderrahmen. Auch ein gleichzeitig erforderlicher Badumbau zählt mit. Ein späterer neuer Zuschuss setzt eine erneute Prüfung des veränderten Pflege- und Anpassungsbedarfs voraus. Die Zusammenhänge erklären wir im Ratgeber zur Wohnumfeldverbesserung.
Für die Planung sind 90 Zentimeter lichte Durchgangsbreite eine wichtige Orientierung. Die tatsächlich passende Lösung hängt zusätzlich vom Rollstuhl, der Anfahrt und dem Platz vor und hinter der Tür ab. Eine gerade Durchfahrt stellt andere Anforderungen als das Einbiegen aus einem schmalen Flur.
Normanforderungen unterscheiden zwischen verschiedenen Gebäudebereichen und Nutzungsstandards. Die Hamburger Erläuterung zur DIN 18040-2 nennt für barrierefreie Wohnungseingangstüren mindestens 90 Zentimeter und für Innentüren im dort beschriebenen allgemeinen Wohnungsstandard 80 Zentimeter. Daraus folgt keine pauschale Zusage, dass 80 Zentimeter für jede Person mit Rollstuhl ausreichen. Für eine uneingeschränkte Rollstuhlnutzung sind die dafür vorgesehenen Anforderungen gesondert zu prüfen.
Die Werte sind Planungshilfen, keine automatische Fördervoraussetzung für jeden individuellen Bestandsumbau. Welche baurechtlichen und technischen Anforderungen im konkreten Objekt gelten, muss fachlich geklärt werden. Quelle: Hamburg, Bauprüfdienst 2019-2, Abschnitt 6.2.
Eine Tür, die nur mit eingeklapptem Rollator oder aufwendigem Rangieren passierbar ist, sollte nicht allein nach einem theoretisch ausreichenden Maß beurteilt werden. Besprechen Sie, wie sie im Alltag bedient werden soll, ohne dafür riskante Durchfahrversuche zu machen.
Eine Türverbreiterung ist mehr als der Einbau eines breiteren Türblatts. Je nach Bestand müssen Öffnung und Sturz verändert, eine neue Zarge eingesetzt und Wand- sowie Bodenanschlüsse wiederhergestellt werden. Deshalb ist ein allgemeiner Festpreis ohne Prüfung der Wand nicht verlässlich.
Manchmal verbessert bereits eine geeignete Öffnungsrichtung oder eine andere Türkonstruktion die Nutzung. Eine Schiebetür kann den Schwenkbereich einer Drehtür vermeiden, benötigt aber passende Einbauflächen und eine gut erreichbare Bedienung. Ob sie genügt, muss am konkreten Hindernis geprüft werden. Ein vorhandenes Türblatt sollte insbesondere bei Schutzanforderungen nicht eigenmächtig verändert oder entfernt werden.
Ein vergleichbares Angebot beschreibt die fertige nutzbare Öffnung und alle notwendigen Begleitarbeiten. So lassen sich Gesamtpreis, bewilligter Zuschuss und Eigenanteil getrennt beurteilen.
Auch eine notwendige Anpassung in einer Mietwohnung kann von der Pflegekasse gefördert werden. Die Förderung ersetzt jedoch keine Zustimmung zur baulichen Veränderung. Holen Sie die erforderliche Erlaubnis vor Beginn schriftlich ein und klären Sie Ausführung, mögliche Rückbaupflichten und gegebenenfalls weitere Zustimmungen der Eigentümergemeinschaft.
§ 554 BGB regelt unter Voraussetzungen den Anspruch auf Erlaubnis für Veränderungen, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Ob eine bestimmte Veränderung verlangt werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Die Abstimmung sollte deshalb erfolgen, bevor der Umbau verbindlich eingeplant wird.
Bei Levia Wohnen wird die Tür im Zusammenhang mit der Wohnsituation betrachtet. Geht es vor allem um den Zugang ins Badezimmer, lohnt sich die gemeinsame Planung mit einer besser zugänglichen Dusche. Türverbreiterung in Hamburg anfragen.
Quellen: Bundesgesundheitsministerium – förderfähige Anpassungen, § 40 SGB XI, Hamburger Bauprüfdienst zur DIN 18040-2 und § 554 BGB. Geprüft am 18. Oktober 2026.